PMR für werdende Mütter

Durch Stress, Sorgen und andere stressauslösende Faktoren z. B. Angst verspannt sich automatisch unsere Muskulatur.

Der Alltagsstress kann sich bei werdenden Müttern auch auf das ungeborene Kind übertragen. Beschütze schon jetzt ganz bewusst Dein Kind und Dich selber vor zu viel Stress und Unruhe. Lerne mittels der Progressiven Muskelentspannung (nach Jacobsen), wie Du gelassener und ruhiger durch den Alltag gehen kannst.

Wissenschaftliche Studien haben dies bewiesen, siehe auch den Auszug aus der Doktorarbeit „Einfluss der Progressiven Muskelrelaxation auf Schwangerschaft
und Geburt – eine prospektive Untersuchung“ von Friederike Weschenfelder
(geb. Langlotz), 3. Juli 2012.


Der ruhige Herzschlag einer ausgeglichenen, entspannten Mutter kann die emotionale und gesunde Entwicklung des neuen Lebens entscheidend fördern und mitbestimmen.

Der Kurs möchte Dir auch Tipps und Ratschläge aus dem Bereich Stressmanagement und der Burnout-Prävention vermitteln, um auch nach der Geburt, besser mit Stress und Alltagssorgen umzugehen.

Dieser Kurs ist speziell für werdende Mütter um auch einen Austausch möglich zu machen und "Gleichgesinnte" kennenzulernen.
 
Weitere Details zum Kurs und Termine findest Du hier.




Auszug aus der Dissertation:

Zitat:

„Einfluss der Progressiven Muskelrelaxation auf Schwangerschaft und Geburt – eine prospektive Untersuchung“

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades
doctor medicinae (Dr. med.) vorgelegt dem Rat der Medizinischen Fakultät
der Friedrich-Schiller-Universität Jena von Friederike Weschenfelder
(geb. Langlotz), 3. Juli 2012
 
 
"1 Zusammenfassung
 
Progressive Muskelrelaxation (PMR) ist ein weit verbreitetes Entspannungsverfahren.
Viele Studien konnten positive Effekte auf unterschiedlichste stress-assoziierte
Erkrankungen, Angst, Schmerz, Bluthochdruck u .v. m. nachweisen. Obwohl
Entspannungsverfahren ein integraler Bestandteil der psychosomatischen
Geburtsvorbereitung sind, gibt es nur wenige Studien, welche den Einfluss der PMR auf die Schwangerschaft und das neonatale Outcome untersucht haben. Aus diesem Grund wird in der vorliegenden Arbeit der Einfluss schwangerschaftsbegleitender PMR auf Angst, Depression, die Geburt und das neonatale Outcome sowie die Zufriedenheit mit dem PMR-Angebot überprüft.
Die vorliegende Studie umfasst insgesamt 100 Schwangere, welche im Zeitraum vom 1. Juli 2007 bis 1. Februar 2009 rekrutiert wurden. 50 Schwangere (Kontrollgruppe) nahmen an der normalen Geburtsvorbereitung teil. 50 weitere Schwangere (PMRGruppe) nahmen zusätzlich zur normalen Geburtsvorbereitung an PMR-Kursen teil. 
 
Die PMR-Kurse fanden jeweils über 6 Wochen einmal wöchentlich statt. Mit Hilfe einer speziell für die Studie erstellten Übungs-CD wurden die Frauen aufgefordert, auch zwischen den Kurseinheiten PMR durchzuführen. Beide Gruppen erhielten zu Befragungsbeginn, 5 Wochen danach und im Wochenbett Fragebögen zu Angst (STAI), Depression (BDI) und der aktuellen Beanspruchung (KAB). In der PMR-Gruppe entspricht dies den Zeitpunkten des 1. und 5. Kurses. Zur Erfassung der Effektivität der PMR wurden während der Kurse vor und nach jeder PMR-Sitzung Puls, Blutdruck, die KAB-Werte und die subjektive Entspannung erfasst. 
Zum Kursende wurde die Zufriedenheit der Schwangeren ermittelt. Beide Gruppen wurden im Wochenbett zu Geburtsschmerz und der Schmerztherapie befragt. Innerhalb der PMR-Gruppe wurde zusätzlich der subjektive Effekt der PMR auf die Geburt erfasst. Sämtliche Geburtsparameter und das neonatale Outcome wurden mit Hilfe von Patientenakten verglichen. Beide Gruppen unterschieden sich nicht bezüglich ihres Alters, Parität, Gravidität und Häufigkeit von Schwangerschaftskomplikationen. 
Beide Gruppen befanden sich zu Befragungsbeginn durchschnittlich im dritten Trimenon.
 
Im Rahmen der Studie konnte ein positiver Effekt der PMR auf die Depressivität
nachgewiesen werden. Hier zeigte sich eine signifikante Verringerung der BDI-Werte
innerhalb der PMR-Gruppe im Laufe der Schwangerschaft, d. h. während der PMR-Kurse (p<0,05). Wider Erwarten konnten keine statistisch relevanten Effekte der PMR auf die State- bzw. Trait-Angst im Vergleich zur Kontrollgruppe nachgewiesen werden. Für die aktuelle Beanspruchung zeigte sich jedoch ein positiver Effekt der PMR. Während des Kursverlaufes kam es zu einer signifikanten Senkung der KAB-Werte innerhalb der PMR-Gruppe (p<0,01), während die Werte innerhalb der Kontrollgruppe nahezu gleich blieben. Hier zeigte sich erst im Wochenbett eine Reduzierung der Werte (p<0,01).
 
Einen positiven Effekt der PMR auf objektive und subjektive Entspannungsparameter konnten auch wir nachweisen - durch PMR kam es zu einer kurzzeitigen Reduktion der Puls- und Blutdruckwerte und der subjektiven Beanspruchung.
Bei der Analyse der Zufriedenheit ergab sich u. a., dass 86,4% der Frauen eine deutliche Verbesserung ihrer Entspannungsfähigkeit im Laufe des Kurses bemerkt hatten und 97,7% der Kursteilnehmerinnen in der nächsten Schwangerschaft erneut an einem PMR-Kurs teilnehmen würden. Zudem gaben 75% der PMR-Frauen an, einen positiven Effekt der PMR auf die Geburt verspürt zu haben.
 
Bezüglich des Geburtsschmerzes und der Schmerzmedikation konnten keine
signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen nachgewiesen werden. Jedoch konnten wir innerhalb der PMR-Gruppe signifikante Unterschiede feststellen. Frauen, welche an mindestens fünf Kursen teilgenommen hatten, gaben signifikant weniger Schmerzen bei der Geburt an (p<0,05) als Frauen mit weniger Kursen. Bei Betrachtung der geburtsspezifischen Parameter und des neonatalen Outcomes zeigten sich keine für diese Arbeit relevanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen.
Aufgrund der überwiegend positiven Ergebnisse scheint das ergänzende Angebot eines PMR-Kurses, zusätzlich zur normalen Geburtsvorbereitung, geeignet zu sein, um u. a. das subjektive Wohlbefinden der Schwangeren zu verbessern, den Geburtsschmerz positiv zu beeinflussen und depressive Verstimmungen zu verringern. 
Des Weiteren war es für viele Frauen eine sehr positive Erfahrung, aktiv etwas zur persönlichen Geburtsvorbereitung beitragen zu können, sodass der Kurs eine hohe Akzeptanz unter den Teilnehmerinnen erfuhr. Psychosomatische Angebote wie z. B. PMR-Kurse sollten demzufolge für Schwangere besser zugänglich gemacht werden.“